Spielstätten

CHRONIK

Theaterzelt CHAPEAU ROUGE

1993 • Gründung der Vorpommerschen Kulturfabrik e. V., die das Anklamer Theater in freie Trägerschaft übernahm und somit vor der Schließung bewahrte. Die Mitarbeiter des Hauses verzichten bei ihrer Wiedereinstellung in die Kulturfabrik auf die Abfindung und das Theater kann davon das Theaterzelt "Chapeau Rouge" kaufen. Fortan werden die Theaterferien in den Herbst verlegt und im Sommer wird für die Urlauber Theater gespielt. Das Theater zieht fast komplett an die Ostsee. Um das Theaterzelt entsteht eine Wohnwagenstadt für Schauspieler, Techniker und Mitarbeiter.

Ronald Jopt und Jürgen Verch, die beide mit dem Zirkusmilieu vertraut sind, haben die Idee zum Zelt als Theaterspielort.

Der Zeltbaumeister des Zirkus Probst leitet den Aufbau des Zelt, das eine Spezialanfertigung ist, bei der verschiedene Firmen mitwirkten. Zelthaut (Hamburg), Zuschauertribünen (Anklam, Ducherow), Zeltmasten (Ziesar, Sachsen-Anhalt), Bühne (Deutsche Theaterbau GmbH Berlin)

Clown Jopi tritt auch als Musikal-Clown auf und auch in der 20. Spielzeit ist er wieder dabei.

In der ersten Spielzeit gab es zwei Premieren: „Boeing-Boing“ von Marc Camoletti, Regie Jürgen Verch und „Happy end“ von Dorothy Lane, Regie Team

Die Anfangszeiten waren damals 10 Uhr Puppenbühne, 17 Uhr Kinderstück, 21 Uhr Abendstück.

Außerdem gab es an den theaterfreien Tagen Kino. 17 Uhr, 19.30 Uhr, 22 Uhr und um Mitternacht.

Der erste Spielplan umfasste 220 Positionen davon 130 Theatervorstellungen und Gastspiele und 80 Kinoangebote.

Die erste Saison war ein sagenhafter Erfolg. „Berliner Zeitung“, „Focus“, „Stern“ und „Welt am Sonntag“ berichten unter anderen über diese gänzlich neue Einrichtung für Theater.

In Berlin machte übrigens ebenfalls vor 20 Jahren das Spiegelzelt „Bar jeder Vernunft“ auf, musste allerdings nach wenigen Monaten aufgrund von Erfolglosigkeit wieder schließen. Doch nach der Wiedereröffnung, ein Jahr später, schrieb es bis heute eine Erfolgsgeschichte.

1994 • Das Anklamer Theater und die Sommerbühne in Heringsdorf zählten 77000 Zuschauer, zwei Drittel davon Kinder und Jugendliche. Zum Abschluss der 2. Chapeau Rouge Saison findet auf dem Sportplatz in Heringsdorf eine Vineta-Laser-Show statt.

Auch in dieser Spielzeit wird noch drei Mal pro Tag gespielt. Freitags und sonnabends 3x Theater und eine Filmvorstellung.

Premiere „Urfaust“ von Goethe, Regie Klaus Stephan

10.9.94 • Gibt es aus Anlass eines informellen Treffens der Außenminister der Europäischen Union „Ein musikalisches Feuerwerk“ und eine große Fete im Zelt.

1995 • Der Schauspieler Rolf Ludwig feiert den Vorabend seines 70. Geburtstages mit jeder Menge Theaterprominenz im Zelt.

Hexen von Peter Lundt/Dany Ashkenasy, Regie: Wolfgang Bordel

1996 • Die Idee Vineta als Theaterspektakel aufzuführen wird im Herbst geboren, dazu muss die Freilichtbühne umgebaut werden. Gleichzeitig wird ein neues Theater in Zinnowitz gebaut, offiziell heißt es Urlauberbegegnungsstätte. Somit hat die Vorpommerschen Landesbühne ab 1997 drei Spielstätten auf der Insel.

Im Chapeau Rouge feiert die „Die schöne Helena“ von Peter Hacks, Regie Wolfgang Bordel, große Erfolge.

1998 • „Don Quichotte de la Mancha“ nach Cervantes mit Rainer Karsitz und Erwin Bröderbauer, Regie Wolfgang Bordel und „Orpheus in der Unterwelt“ von Offenbach

2002 • Inszenierung „Im weißen Rößl“ mit Alfred Müller als Wilhelm Gieseke, Regie Jürgen Kern

2005 • „Diener zweier Herren“ von Goldoni, Herbert Olschok inszeniert und Christian Kühn brilliert als Truffaldino. Kühn ist heute Intendant der Comödie Dresden

Das Ohnsorg-Theater gastiert

2004 • „Was ihr wollt“ von Shakespeare, Regie Ulrich Müller-Hönow und die „Kaiserrevue“, eine eigens für das Zelt zum Jubiläum des Seebades entwickelte Produktion, Regie Jürgen Kern

2007/2008 • Inszenierung „Wer sich nicht wehrt, kommt an den Herd“, Regie Team

2009 • „Hollerie du dödl du“ – Ein Abend mit Loriot-Klassikern, Regie Jörg Neumann

2011 • Mehrmals heißt es im Chapeau Rouge „Land unter“. Die Mitarbeiter servieren unter anderem die Getränke durch die Seiteneingänge. Die Zelthaut reißt und muss über Nacht notdürftig geflickt werden.

2012 • Kommt eine neue Zelthaut (die dritte) und der durchgefaulte Fußboden wird ausgewechselt. Das Theaterjahr der Kabaretts.